Vorwort zum Blog

von Klaus Renn

Meinen Wunsch für den Blog möchte ich in einer Geschichte ausdrücken, die in unterschiedlichen kulturellen Kontexten erzählt wird:

„Ein Großvater sagte einst zu seinem Enkel: „In mir findet ein Kampf statt, ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Einer ist schlecht, böse, habgierig, eifersüchtig, missgünstig, arrogant und feige. Der andere ist gut – er ist ruhig, liebevoll, bescheiden, großzügig, ehrlich und vertrauenswürdig.
Diese Wölfe kämpfen auch in Dir und in jedem anderen Menschen.“

Der Junge dachte einen Moment nach und fragte dann: „Welcher Wolf wird gewinnen?“

Der alte Mann lächelte.

„Der Wolf, den Du fütterst.“ (Nacherzählt in Anlehnung an Rutger Bregman, 2020: IM GRUNDE GUT

Dieser Focusing-Blog möge den Wolf in uns nähren, der sich und andere zu mehr Leben erweckt, der gerne lebt, sich mit seinen Mitmenschen verbindet, Sehnsucht verspürt nach einer gesunden Umwelt, einer gerechteren globalen Gesellschaft und sich mit dem GANZEN verbindet.

Meine Wünsche für den Blog:

  • Einen Raum aufspannen, in welchem wir neue Denk- und Handlungsmuster finden.
  • Mut machen zu unkonventionellem Handeln, welches ein MEHR an Leben schafft.
  • Erinnern, welches Glück wir haben (trotz allem), in dieser Demokratie und diesem unglaublichen Wohlstand zu leben.
  • Unterstützen, (Focusing)-Netzwerke zu erschaffen und unsere Demokratie teilhabender und gerechter zu gestalten.
  • Und natürlich wünsche ich mir auch, dass wir über diesen Blog den Wolf in uns nähren, der Sehnsucht kennt und in Verbindung zum Universum, zum Tiefen und zum Göttlichen steht.

Ich freue mich sehr über diesen Blog. Und bedanke mich bei meinen Kolleg:innen, die  in vielen ZOOM-Sitzungen und Treffen für uns gearbeitet haben. Es scheint vielleicht selbstverständlich, dass Menschen sich für andere engagieren – und doch möchte ich dies hervorheben. Nur so geschieht das Herz, das Wesentliche und Eigentliche im Kleinen und im Großen in unserer politischen Gesellschaft und natürlich auch bei uns im Focusing. Danke, Ihr habt uns einen Herz-Denk-Erfahrungs-Kreativ-Raum eröffnet. 

II

Es ist einfach, einfache Dinge kompliziert auszudrücken

Und es ist schwer

komplizierte Dinge einfach und verständlich zu formulieren.

(in Anlehnung an De Blok in R. Bergman, 2020)

Neues Wissen darf nicht zu fremd sein, sonst lehnt man es ab. Und es darf wiederum auch nicht zu bekannt sein, sonst wird Wissen als langweilig empfunden (W. James). Dazu kommt, dass Focusing sich als bloßes kognitives Wissen überhaupt nicht vermitteln lässt. Wirklich „begreifen“, können wir Aussagen und Theorie zu Focusing nur bei gleichzeitiger sinnlicher Erfahrung in Verbindung mit kognitiven Konzepten – also spüren und gleichzeitig den Kopf dabeihaben.

Ich bin gespannt, wie sich die Kultur entfalten wird, die wir hier gemeinsam – mit allen, die sich daran beteiligen – zum Leben erwecken.

Und uns allen viel Freude beim Schmökern!

Herzliche Grüße, Klaus Renn

Klaus Renn ist Psychotherapeut und Leiter des Deutschen Focusing Institut (DFI) in Würzburg

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